Ausrüstung

Zur Erfüllung unserer Aufgaben und zum Abarbeiten der verschiedensten Einsatzlagen stehen uns unterschiedlichste Gerätschaften sowie moderne Technik zur Verfügung. Hier stellen wir Teile unserer Ausrüstung vor:

Umluftunabhängiger Atemschutz

Atemschutzgeräteträger im Einsatz.Zum Schutz vor giftigen Rauchgasen beim Brandeinsatz dient der schwere Atemschutz. In einem Überdrucksystem versorgt die Pressluftflasche den Geräteträger mit 6 Litern Pressluft bei 300 Bar Druck pro Füllung. Mit einer Flasche wird der Geräteträger unabhängig von der Umgebungsluft mit frischer Atemluft versorgt. Je nach Belastung und körperlicher Fitness genügt der Flascheninhalt für 20 bis 40 Minuten.

Insgesamt verfügen wir über zehn Atemschutzgeräte, mehrere bereits gefüllte Wechselflaschen und einige Atemschutzmasken. Jeweils zwei Atemschutzgeräte sind im LF 16/20 und im TLF 16/25 im Mannschaftsraum integriert, damit sich der Angriffstrupp bereits während der Anfahrt zur Einsatzstelle ausrüsten kann, um am Einsatzort keine unnötige Zeit zu verlieren. Die weiteren Geräte sind im Geräteaufbau der Fahrzeuge verstaut.

Nach jedem Einsatz werden die benutzten Atemschutzmasken gereinigt, desinfiziert und luftdicht verschweißt, sowie sämtliche Geräte auf Funktionsfähigkeit geprüft und verbrauchte Atemluftflaschen wieder befüllt.

 

Wärmebildkamera

Das Display der Wärmebildkamera.

Das Auge im dichten Rauch bei Nullsicht ist die Wärmebildkamera. Sie zeigt dem vorrückenden Trupp die Umrisse sämtlicher wärmestrahlender Gegenstände. Somit können vermisste Personen in verrauchten Räumen schnell ausfindig gemacht und gerettet werden. Auch für Personensuchen im Dunklen ist die Wärmebildkamera ein wertvolles Einsatzmittel.

 

 

 

Belüftungsgeräte und Rauchschutzvorhang

Für die taktische Einsatzstellenbelüftung werden Belüftungsgeräte eingesetzt. Mit deren Hilfe können verrauchte Gebäude oder Gebäudeteile rauchfrei gemacht werden. Hierzu werden im Prinzip zwei verschiedene Verfahren eingesetzt: Mit Hilfe eines Überdruckbelüftungsgerät wird ein Überdruck erzeugt und der im Gebäude stehende Rauch durch eine Abluftöffnung auf der anderen Seite herausgedrückt. Ist das Schaffen einer Abluftöffnung nicht möglich, kann auch ein anderes Verfahren zum Einsatz kommen: Bei der sogenannten Unterdruckbelüftung wird der Rauch aus dem betroffenen Gebäude herausgezogen. 

Wir verfügen sowohl über einen benzinbetriebenen Überdrucklüfter als auch über ein elektrisches Be- und Entlüftungsgerät und sind somit in der Lage beide Verfahren anzuwenden.

Um eine Rauchausbreitung zu verhindern, werden oftmals in Verbindung mit Belüftungsgeräten sogenannte Rauchschutzvorhänge eingesetzt. Dadurch wird während der Löscharbeiten verhindert, dass sich der entstehende gefährliche Rauch auf weitere, nicht vom Feuer betroffene Gebäudeteile ausbreitet. Insbesondere Treppenhäuser und Fluchtwege können dadurch effektiv freigehalten werden.

Rauchschutzvorhang, Hochleistungslüfter und Be-/Entlüftungsgerät mit Zubehör. Rauchschutzvorhang und Entlüftungsgerät im Einsatz. Zwei Überdruckbelüftungsgeräte werden parallel eingesetzt.

 

Löschmittel Schaum

Manche Stoffe lassen sich nicht oder schwer mit Wasser löschen. In diesen Fällen muss auf alternative Löschmittel zurückgegriffen werden. Ein effektives Mittel für brennende Flüssigkeiten oder schwer löschbare Feststoffe ist das Schaummittel. Der Unterschied zwischen Wasser und einem Wasser-Schaum-Gemisch liegt in der Löschwirkung. Während ein Feuer mit Wasser durch Abkühlen gelöscht wird, wird durch die Zuhilfenahme von Schaummittel eine Schicht erzeugt, die eine erstickende Wirkung auf das Feuer hat. Außerdem wird die Oberflächenspannung von Wasser herabgesetzt, wodurch das Wasser-Schaum-Gemisch tiefer in den Brandstoff eindringt.

Das Schwerschaumrohr im Einsatz. Brandbekämpfung mit Mittelschaumrohr bei einem PKW Brand. Direkte Zumischung von Schaummittel am Wasserabgang der Feuerlöschkreiselpumpe.

 

Hohlstrahlrohr

Löschen ist nicht gleich einfaches Spritzen mit einem Wasserschlauch, sondern der effektive und gekonnte Umgang mit modernen Strahlrohren. Zur Wasserabgabe verwenden wir moderne Hohlstrahlrohre. Mit diesen Geräten können sowohl das Sprühbild als auch die Durchflussmenge reguliert und angepasst werden. Dies verhindert größere Wasserschäden bei der Brandbekämpfung und bietet den Löschtrupps durch das stufenlos veränderbare Sprühbild vielseitige Möglichkeiten. Außerdem verfügt das Hohlstrahlrohr über eine sogenanne Mannschutzfunktion, womit es den Trupps möglich ist, in Sekundenschnelle ein Wasserschild zu erzeugen und sich dadurch vor gefährlichen Flammenwalzen und Rauchgasdurchzündungen zu schützen.

Detailansicht eines Hohlstrahlrohrs. Von Voll- bis Sprühstrahl ist ein stufenloser Übergang möglich. Die Jugend demonstriert die Mannschutzfunktion.

Sprungpolster

Das aufgeblasene Sprungpolster.

Zum Retten von Personen aus bis zu 16 Metern kann unser Sprungpolster eingesetzt werden. Innerhalb weniger Sekunden ist es in der Lage sich selbstständig aufzublasen. Mit lediglich vier Einsatzkräften kann das aufgeblasene Sprungpolster transportiert werden. Beim Hineinspringen federt das Polster die Aufprallwucht automatisch durch einen Druckablass ab. Verladen ist das Sprungpolster in unserer Drehleiter.

 

Hydraulischer Rettungssatz

Mit Hilfe des hydraulischen Rettungssatzes sind wir in der Lage, eingeklemmte Personen bei Verkehrsunfällen oder technischen Hilfeleistungen zu retten sowie Gegenstände abzutrennen, anzuheben oder zu sichern. Ein Rettungssatz besteht aus einem Spreizer, einer Rettungsschere, mehreren Rettungszylindern und einem Motorpumpenaggregat für den Antrieb der Geräte. Mit dem Spreizer lassen sich unter anderem Türen aufhebeln, Gegenstände auseinanderdrücken und Lasten anheben. Zum Schneiden und Durchtrennen von Metall und Fahrzeugteilen dient die Rettungsschere. Mit den Rettungszylindern können Gegenstände auseinandergedrückt und angehoben werden. Besonders Fahrzeuge lassen sich dadurch strecken, um für Eingeklemmte mehr Platz zu schaffen oder gar die Einklemmung zu beseitigen.

Insgesamt verfügen wir über drei Rettungssätze. Zwei davon sind mit demselben Singlekupplungssystem ausgestattet und nahezu identisch. Dadurch können die beiden Rettungssätze miteinander kombiniert und getauscht werden. Alle Geräte sind mit den beiden Motorpumpenaggregaten kompatibel. Dies erweist sich im Einsatz als großer Vorteil und die Flexibilität steigert sich dadurch enorm. Ein dritter Rettungssatz aus den 1980er Jahren lagert immer noch einsatzbereit in unserem Einsatzmittellager und dient als Ersatz beim Ausfall einer der modernen Rettungssätze.

Ein Rettungssatz mit Zubehör. Der Spreizer im Einsatz Nach einem schweren Verkehrsunfall kommen Rettungszylinder zum Einsatz

 

Hebekissensysteme

Die pneumatischen Hebekissen dienen zum Anheben von Lasten. Mit deren Hilfe können enorme Lasten und Gewichte angehoben werden, um Eingeklemmte zu befreien. Wir verfügen sowohl über Hochdruckhebekissen als auch über Niederdruckhebekissen. 

Sichern und Stabilisieren eines PKW mit Niederdruckhebekissen. Die Hochdruckhebekissen im Einsatz. Geräteablage mit Hebekissen, Rettungssatz und Stabilisierungsmaterial.

 

Notstromaggregate und Beleuchtungsmittel

Ausleuchten mit dem Fahrzeuglichtmast (hinten) und mobilem Stativ (vorne).Eines der wichtigsten Geräte bei der technischen Hilfeleistung ist das Notstromaggregat. Es erzeugt den benötigten Strom für die elektrischen Verbraucher. Zu den elektrischen Verbrauchern zählen neben Beleuchtungsmitteln auch die Motorpumpen der Rettungssätze, Trenngeräte, Schmutzwasserpumpen, Wassersauger oder das Be- und Entlüftungsgerät.

Um im Dunkeln ausreichend Helligkeit zu erzeugen, sind alle unsere Fahrzeuge mit mobilen Beleuchtungsstativen ausgestattet, diese können am Bedarfsort aufgestellt werden. Pro Stativ können 2x 1.000 Watt Scheinwerfer montiert werden. Zusätzlich verfügen unsere Fahrzeuge über fest eingebaute und beliebig ausrichtbare Lichtmasten mit 2x.1.000 Watt Scheinwerfern und einer Umfeldbeleuchtung. 

 

Schmutzwasserpumpen und Wassersauger

Die Tauchpumpen TP-2 und TP-4 im direkten Vergleich.Zur Bekämpfung von Wasserschäden durch Hochwasser und Unwetter verfügen wir über mehrere Schmutzwasserpumpen. Diese Pumpen werden vor allem eingesetzt, um das Wasser aus vollgelaufenen Kellern und Gebäuden zu befördern. Das Standardgerät ist die Tauchpumpe TP-4, welche bis zu 400 Liter die Minute befördern kann. Neben den beiden standartmäßig auf dem LF und TLF verladenen TP-4 halten wir auch noch weitere TP-4 in unserer erweiterten Hochwasserausrüstung bereit. Dazu gehören unter anderem auch mehrere TP-2, welche 200 Liter die Minute pumpen können und zwei Schmutzwasserpumpen mit einer Leistung von 1.200 Liter pro Minute.

Neben den Schmutzwasserpumpen ist auf unserem LF 16/20 ein Wasser-/Ölsauger verladen. Hiermit können auch niedrige Wasserstände und Schadstoffe abgesaugt werden. Die Funktionsweise des Saugers ist analog zu einem handelsüblichen Staubsauger.

 

Schleifkorbtrage und Absturzsicherung

Zur Rettung von Personen aus Höhen aber auch aus Schächten und Gruben ist besondere Ausrüstung notwendig. Zum Transport von Verletzten verfügen wir über eine Schleifkorbtrage. Der Vorteil dieser Trage liegt in der robusten Schale und dem besseren Handling in unwegsamen Gelände oder engen bzw. schwer zugänglichen Gebäuden/Orten. Mit einem Auf-/Abseilgeschirr ist es möglich, die Trage an der Drehleiter zu befestigen und in die Tiefe abzuseilen und Verletzte von dort aus zu retten.

Dazu verfügen wir über einen Gerätesatz Auf- und Abseilgerät. Dieser besteht aus einem Kletterseil mit Umlenk-/Fixpunktrolle, persönlicher Schutzausrüstung und diversem Kletterzubehör.

 

Ölbindemittel und Ölwehr

Eine der Hauptaufgaben der Feuerwehr ist das Abbinden und Beseitigen gefährlicher Stoffe und Güter. Hierzu zählt auch der Schutz der Natur vor Umweltgefahren und die Beseitigung von Ölspuren. Mit Hilfe von speziellem Bindemittel können Ölspuren und auslaufende Betriebsstoffe abgebunden und beseitigt werden. Zum Auffangen auslaufender Betriebsstoffe stehen verschiedene Mulden und Auffangbehälter zur Verfügung. Mit einer speziellen Membran-Pumpe sind wir auch in der Lage Betriebsmittel und Schadstoffe umzufüllen. 

Für die Ölwehr zu Wasser verfügen wir über eine 25 Meter lange Bachölsperre, spezielles schwimmfähiges Bindemittel, Ölfliese, Ölsiebschaufeln und unseren Wassersauger mit Ölsiebaufsatz. Mit Hilfe von Druckluft und B-Schläuchen kann außerdem jederzeit eine provisorische Ölsperre errichtet werden.

Abbinden einer Ölspur. Mit der Umfüllpumpe können Betriebsmittel umgepumpt werden. Die provisorische Ölsperre wird auf dem Main eingezogen.